Besonderheit in Lage, Anbau und Verarbeitung
Das Terroir
Tamba im Norden der Präfektur Hyōgo ist ein von Bergketten umschlossenes Becken, und genau diese Lage bestimmt alles, was dort wächst. Die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sind ausgeprägt, und aus ihnen steigt am Morgen ein dichter Nebel auf, den die Region unter eigenem Namen kennt: Tamba-giri, der Nebel von Tamba. Selbst in trockenen Perioden versorgt er die Pflanzen mit Feuchtigkeit und gilt als einer der Gründe, weshalb aus dieser Gegend so viele Spezialitäten stammen, von der schwarzen Tamba-Sojabohne über die Dainagon-Azukibohne bis zur Tamba-Kastanie.
Weniger bekannt, historisch aber ebenso gewichtig ist die Rolle Tambas in der japanischen Teegeschichte. Im Shoku Nihon Kōki findet sich für das Jahr 815 der Vermerk, dass die Provinzen Kinai, Ōmi, Tamba und Harima jährlich Tee an den kaiserlichen Hof zu liefern hatten. Tamba gehört damit zu den ältesten Teeregionen Japans überhaupt und liegt zugleich völlig abseits der heutigen Produktionszentren wie Uji, Shizuoka oder Kagoshima.
Die Teefelder liegen auf 200 bis 300 Metern in steiler Hanglage. Neben dem modernen Yabukita-Cultivar stehen dort Zairai-Büsche, also samenvermehrte Pflanzen der alten Tamba-Landsorte. Sie sind deutlich ertragsschwächer, wurzeln dafür aber tief und nehmen entsprechend mehr Mineralien aus dem Boden auf.
Ernte und Herstellung
Die Blätter stammen aus der ersten bis dritten Pflückung und damit überwiegend aus den späteren Ernten des Jahres, in denen sie größer, robuster und gehaltvoller sind. Nach der Ernte werden sie nicht maschinell getrocknet, sondern an der Sonne, ein Verfahren, das im Japanischen Tenpi-boshi heißt. Die Trocknung verläuft langsam und schonend und legt die tiefe natürliche Süße an, die diesen Tee später auszeichnet.
Anschließend ruhen die Blätter, bevor sie im Eisenkessel geröstet werden. Diese Röstung ist der eigentliche Prüfstein. Zu heiß geführt, verbrennt sie die Süße und hinterlässt nur noch Rauch. Hier geschieht sie langsam und bei maßvoller Hitze, weshalb der Tee trotz seines dunklen Blattes an keiner Stelle überröstet wirkt, sondern im Gegenteil eine ungewöhnliche Feinheit und eine feine Vanillenote entwickelt. Die Röstung baut zugleich einen Großteil des Koffeins ab, sodass der Teebauer diesen Tee in Japan ausdrücklich auch für Kinder und für empfindliche Teetrinker empfiehlt.
Denselben Tee führen wir auch in seiner ungerösteten Form als Sun Dried Bancha Tamba. Dort bleibt das Blatt roh, die Tasse hell und der Charakter kräuterig-mineralisch. Derselbe Ursprung, dieselbe Sonne, getrennt allein durch das Feuer.
Dieser Tee stammt zu 100% von der o.g. Teefarm in Tamba, Direktbezug vom Teefarmer.











