Besonderheit in Lage, Anbau und Verarbeitung
Die Region rund um den Ishizuchi-Berg in Ehime gehört zu den spirituell aufgeladensten Landschaften Japans. Als höchster Berg Westjapans und einer der „Sieben heiligen Berge“ des Landes war er über Jahrhunderte hinweg Ziel von Pilgern, Mönchen und asketischen Bergpraktiken. In dieser abgeschiedenen, von dichter Natur geprägten Umgebung entwickelte sich eine eigenständige, stark lokale Teekultur – fernab der großen Zentren wie Uji oder Shizuoka.
Die Bewirtschaftung der Felder folgt einem bewusst reduzierten Rhythmus: Geerntet wird nur ein einziges Mal im Jahr, zwischen Anfang Juni und Mitte August. Dabei werden die Blätter nicht maschinell, sondern sorgfältig von Hand mit Gartenscheren geschnitten – oft als ganze Zweige, so wie es seit Generationen praktiziert wird. Die verwendete Varietät ist Yabukita, angebaut auf Höhenlagen von etwa 200 bis 300 Metern, wo warme Tage und kühlere Nächte für eine langsame Reifung und kräftige Blattstruktur sorgen.
Die Besonderheit Kurochas liegt im Speziellen in seiner Verarbeitung. Nach der Ernte werden die Blätter zunächst mitsamt den Zweigen gedämpft – oft über eine Stunde hinweg – bevor sie von den Ästen getrennt und in Holzbehältern gelagert werden. Dort beginnt die erste Fermentationsstufe: eine aerobe Reifung durch natürliche Mikroorganismen, die dem Tee seine grundlegende aromatische Struktur verleiht. Im nächsten Schritt werden die Blätter aufgebrochen – traditionell auf Waschbrettern – um die Zellstruktur gezielt zu verletzen. Dadurch wird die zweite Fermentation möglich: eine mehrere Wochen andauernde anaerobe Phase unter Luftabschluss, in der Milchsäurebakterien wirken und dem Tee seine charakteristische, lebendige Säure verleihen. Abgeschlossen wird der Prozess durch eine Trocknung an der Sonne, die den Tee stabilisiert und seine Aromen abrundet.











